Worum es geht.
Das fünfgeschossige Wohnhaus in der Krüllsstraße 12 (Kunger Kiez, Alt-Treptow) steht seit rund 2015 größtenteils leer; 2020 waren 16 von 19 Wohnungen unbewohnt, betroffene Mieter berichteten von Schwarzschimmelbefall. Eigentümer ist laut mehreren unabhängigen Quellen (Fraktion DIE LINKE, Padovicz-Watchblog, nd-aktuell) Gijora/Alon Padovicz bzw. die Padovicz-Unternehmensgruppe, die 2017 eine Modernisierung ankündigte, seither aber wiederholt unvollständige Bauanträge einreichte. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick verfolgt den Fall seit Jahren im Rahmen des Zweckentfremdungsverbotsgesetzes; laut BVV-Fraktion DIE LINKE dauerte die Beseitigung des Leerstands "acht Jahre", mit einer vom Amt gesetzten Frist zur Wiedervermietung bis Mitte 2024. Das Haus ist zudem als Karte im Tagesspiegel-"Geisterhaus-Quartett" in der Kategorie "Zustand" gelistet. Ein Beleg für eine abgeschlossene Sanierung liegt nicht vor, weshalb der Fall weiterhin als ungelöster Spekulationsleerstand einzustufen ist.
Was das Bezirksamt tut.
Bezirksamt Treptow-Köpenick führt seit ca. 2018/2019 ein Verfahren nach dem Berliner Zweckentfremdungsverbotsgesetz gegen den Eigentümer. Vom Eigentümer eingereichte Modernisierungs-/Bauanträge (u.a. November 2018) wurden vom Amt als unvollständig bzw. nicht genehmigungsfähig bewertet. DIE LINKE Treptow-Köpenick stellte 2021 einen BVV-Antrag zur beschleunigten Bearbeitung von Zweckentfremdungsfällen. Laut Bezirksamt sollten die Wohnungen spätestens bis Juli/Juni 2024 wieder vermietet sein; ein Abschlussbericht des Bezirksamts nannte diverse Verzögerungsgründe (u.a. fehlerhaft eingereichte Unterlagen). Konkrete Bußgelder oder ein eingesetzter Treuhänder sind in den gesichteten Quellen nicht dokumentiert. Aktuelle (2025/2026) Bestätigung einer abgeschlossenen Sanierung wurde nicht gefunden.
Quellen & Belege.
Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen — Presse, BVV-Drucksachen und Rechercheprojekten. Alles nachlesbar.
Verlässlichkeit dieser Angaben
Die Recherche stützt sich ausschließlich auf die oben verlinkten Quellen. Eigentümer-Angaben werden nur übernommen, wenn sie dort öffentlich benannt sind.
Zur Einordnung: Dieser Tracker dokumentiert belegte Einzelfälle — er ist keine Hochrechnung auf den Berliner Wohnungsmarkt. Der Zensus-Leerstand liegt in Berlin mit 1,97 % unter der als gesund geltenden Fluktuationsreserve von 2–3 %; für die Wohnungsknappheit ist der fehlende Neubau der entscheidende Faktor. Mehr in der Einordnung.
Konfidenz: hoch · unabhängig gegengeprüft